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Galerie Einwand. Show-Room zur Geschichte und Gegenwart der Migration in München


 
 
Während eines der Gründungsmitglieder des migrantenstadl seine Professur vorbereitet, profiliert sich die andere mit kuratorischer Unruhestiftung im Münchner Stadtmuseum: ------ In der Spielzeit 2021/22 durfte sie die Galerie Einwand kuratieren, also Gastgeberin sein, Freund*innen einladen, andere Sprechweisen kultivieren, Çay trinken, zum Trinken verführen, Texte pressen, Themen setzen, Türsteherin spielen, den ersten Münchner Tee-Turm installieren, putzen, post-/migrantische Erinnerungen kultivieren, Bücher empfehlen, Geschichten sammeln und Menschen versammeln. Ja das macht Spass! Deswegen gibt es auch ein lustiges Video, das in dieser Spielzeit entstanden ist. Eine Ode an die Galerie Einwand, wie es sein sollte, sein könnte, wie es war, wie es sein und wie es gewesen sein wird! Elhamdüllilah! (sprich: Elham didel dudel).
 

The act of drinking tea is the highest form of art


 

 





Postmigrantische Kulturpraxis in bildungsbürgerlichen Räumen:

Bei frisch gebrühtem Tee sprechen wir über die Zugangsbarrieren an Orte der Kunstproduktion. Mit speziellen Kannen, Tee und Tee-Besteck erschaffen wir uns inmitten des Archivs der Artothek einen diskursiven Raum, der sich als performative Befragung zum Bestand der Artothek versteht: Wessen Kunst ist in den Beständen der Stadt präsent, welche Wege führen dorthin, welche Barrieren halten davon ab und vor allem: Kann man* sich teetrinkend in den Bestand der Artothek einschreiben?

Erste Hälfte in türkischer, zweite Hälfte in deutscher Sprache. Nix verstehen, nach Hause gehen.

Von und mit Önder Sisters; Team Kamera/Sound/Schnitt Anton Kaun, Daniel Door, Guida Miranda; produziert für den Kunstverleih München Artothek & Bildersaal, Projektoordination Stephanie Lyakine-Schönweitz, Social Media Janina Trotzauer. Release Teil 1, 27.3.2021, Youtube-Channel Städtische Kunsträume München.

 

Die zweite Runde Çay-Party:




Die dritte und letzte Folge der Tee-Intervention:



 

 

*** of Color

 
Design: Rosa Kammermeier





EINLADUNG:
KRANHALLE FEIERWERK MÜNCHEN, 27.3.2020, 16h - 22h
!!!   COOLEST  HOTSPOT  IN TOWN   !!!


HOME.RUN zu Gast im Studio Ö



Theaterprojekt RECHT(S) - Über das Verbrechen an Marwa El-Sherbini

 

Es war der erste antimuslimische Mord in Deutschland: Vor 10 Jahren wurde 
Marwa El Sherbini in einem Dresdner Gerichtssaal vor den Augen von Anwälten, 
Richter, Staatsanwältin, Schöffen mit 18 Messerstichen getötet. Mit diesem 
unfassbaren Verbrechen beschäftigt sich die wunderbare Ayşe Güvendiren in 
ihrem aktuellen Theaterprojekt RECHT(S). 


Jannik Mioducki, Anna Mattes während der Proben zu "Recht(s) - Über das Verbrechen an Marwa El Sherbini"

Amie Jammeh, Anna Mattes, Jannick Mioducki


Die Arbeit „Recht(s)“ versucht mit poetischen Skizzen Bedeutungsschichten 
des Attentates auf Marwa El-Sherbini freizulegen. Ausgehend von dokumen-
tarischem Material, Gerichstprotokollen und Medienberichten wird der antimuslimische
Mord an Marwa El-Sherbini neu befragt: Hätte wirklich niemand ahnen können, 
dass der Angreifer zu so einer Tat fähig ist, wie es in einer Stellungnahme 
der Justizbehörden heißt? Warum wurde die Gewalt, die in dem Brief des Täters 
zum Ausdruck kam, nicht ernst genommen? Und hätte die Staatsanwaltschaft genauso 
gehandelt, wenn der Hassbrief von einem Muslim verfasst worden wäre? 
 

Uraufführung am 5. Juli 2019 im HochX

Recht(s) – Über das Verbrechen an Marwa El-Sherbini 
05. Juli 2019 (Uraufführung), 20.00 Uhr, HochX 
Mit: Anna Mattes, Yannik Mioducki, Amie Jammeh 
Inszenierung: Ayşe Güvendiren | Bühnenbild: Anna Knöller 
Kostümbild: Melina Poppe | Musik: Florian Paul 
Mentor: Nuran David Calis | Dramaturgie: Tunay Önder 
 
Weitere Vorstellungen: 06. und 07.Juli Weitere Informationen 
sowie Bildmaterial finden Sie unter www.muenchner-kammerspiele.de  




Paradoxer Zustand -- NSU-Prozess am Ende

Demonstration anlässlich der Urteilsverkündung im NSU-Prozess, München    (Foto: Anton Kaun)







 
"Fünf Jahre nach dem Prozess besteht der merkwürdig-paradoxe Zustand, so vieles über die deutsche Gesellschaft und ihre politischen Verhältnisse herausgefunden zu haben und trotzdem eigentlich nicht weiter zu wissen".  Dieser Satz von Lee Hielscher* erfasst ziemlich genau das, was nun nach der Urteilsverkündung im NSU-Prozess in der Luft liegt.  

BOOK RELEASE PARTY



BOOK RELEASE PARTY IM DOPPELPACK
migrantenstadl + Pastinaken raus!


MIGRANTENSTADL. Das Buch zum Blog ist heraus! (Unrast Verlag)
Über fünf Jahre als Blog erfolgreich, versammeln wir in unserem Buch migrantenstadl ausgewählte Texte und Collagen sowie bisher unveröffentlichtes Material. Provokative Überschriften, ehrliche Reflektionen, politische Lyrik und Dada: Wir mischen Politik, Kultur und Migration.


Das PASTINAKEN RAUS! HANDBUCH ist da!
Zur gleichnamigen Ausstellung erscheint nun das Handbuch „Pastinaken Raus!“: Eine Sammlung von Hintergrundtexten, Anekdoten und ganz konkreten Anregungen für alle, die sich mit der Manifestierung rechter Tendenzen in der Mitte unserer Gesellschaft nicht abfinden wollen. www.pastinaken-raus.de


Achtung: Auf der BOOK RELEASE PARTY werden die druckfrischen Bücher mit viel Musik und Fingerspitzengefühl in die Gehirne transplantiert. Kommt vorbei oder integriert euch ins Knie!

Montag 21. 3. 2016 // ab 20 Uhr
im KÖŞK, Schrenkstraße 8 (Schwanthaler Höhe)
Barrierefrei + Eintritt frei! 



         Eine Veranstaltung von migrantenstadl + Die Färberei im Köşk



 

Özgida gegen Pegida

mit özgida gegen pegida


In wenigen Stunden wird München die passende Antwort auf den Pegida-Spackoauflauf in Dresden geben! Der Münchner Kaufhausdieb  PICO BE hat das vor einigen Tagen schon getan und wir können dem absolut nichts mehr hinzufügen. Lest seine Gedanken und zeigt morgen, dass ihr das genauso seht!


>> Some thoughts on those PEGIDA retards: 
Eines aber schafft dieser Aufstand dann doch am Ende des Tages: Klare Verhältnisse. Denn diese Leute sind ja nicht erst seit gestern so beknackt, sondern mindestens seit vorgestern, aller Wahrscheinlichkeit nach sind sie sogar schon so aufgewachsen und seit jeher sozialisiert: in Binnenländlicher Beschränktheit, in Neid, Missgunst und Misstrauen, mit vorsätzlichem Desinteresse am Menschsein, mit fataler Bildung, desaströsen Informationen und progressiver Uninformiertheit. Vor allem: ohne Liebe, ohne Humor. Sicher auch ohne Rock'n'Roll. Im Grunde aber ist es mir Schnuppe, aus was für einem beschissenen Haushalt diese Armee altbackener Spießer, neokonservativer Burschenschaftler, ex Stalinisten, strammer Faschisten, Polizisten, von der Bildzeitung Enttäuschten, Puritanern und Anti Hedonisten denn nun kommt. Jetzt sind sie alle in Xenophobie und Rassismus vereint. Sollen sie sich nur weiter outen. Dann können wir klare Grenzen ziehen. Das ist besser als ein bemühtes Pseudo Miteinander. Ich will nicht weiter in einem Haushalt mit diesen asozialen lernunfähigen Leitkultur-Deutschen leben müssen. Ich wünsche mir noch viel viel klarere Verhältnisse. Am Besten eine Zweistaatenregelung! Wir könnten das deutsche Ausland und das Inland gründen. Im Ausland wäre ich für meinen Teil sehr gern zu Haus.  Sorgen wir am Montag in München für noch mehr Klarheit: 10.000 und mehr gegen Pegida, bitte!
Or, like that old BOEING slogan would put it: "Forever new frontiers!" <<

CADAVER EYES aus Tel Aviv

Eran Sax von Cadaver Eyes in der a.k.d.k. München, Oktober 2014

Vor drei Wochen hatten wir das aufregendste Konzert des Jahres und die Wenigsten haben das mitgekriegt. Ein Höllenlärm und eine Basswucht sind im Salong der Münchner Kunstakademie derartig sang- und klanglos an der Masse vorbeigegangen, dass man sich fragt, ob München überhaupt noch hört, und wenn ja, auf wen. Ich hätte da einen Vorschlag. Cadaver Eyes, die Zwei-Mann-Noise-Band bestehend aus David Opp und Eran Sax aus Tel Aviv haben Substantielles zu sagen, nicht nur in Sachen Noise-Partitur, sondern auch in Sachen Gesellschaft, oder über das richtige Leben trotz falscher Politik. 10 Tage lang sind Cadaver Eyes auf Tour gewesen und haben 6 Konzerte hinter sich gebracht, in Italien, Frankreich, Schweiz und Deutschland. Kurz vor ihrem Konzert in München kursierte die Einladung im Internet mit einem aussagekräftigen Foto, auf dem ein zerbombtes Haus in Gaza zu sehen war. Es verbreitete sich das Gerücht, dass die Musiker Post-Zionisten seien. Was für eine Seltenheit in Deutschland, insbesondere in München: jüdische Post-Zionisten aus Israel. Tatsächlich stellte sich heraus, dass hier zwei außerordentliche Typen am Start waren, die eine grossartige Performance hingelegt haben. Im Anschluss war einer von beiden, David Oppenheimer, auch noch bereit für ein Gespräch, das ich im Folgenden minutiös transkribiert habe. Lest das Interview und betet Richtung Mekka, dass die Jungs bald wieder kommen.


migrantenstadl mag Marstall - Einmal Theater und zurück

So ist das. Da schreibt man Texte in seinem Kämmerlein, wirft Fragmente und Fetzen in den endlosen Ozean des worldwideweb, trinkt zwischendurch mal Tee oder Club Mate, hält innerlich Reden vor Angela Merkel, furzt und macht sich Sorgen über die drohende Wohnungslosigkeit und dann das: Ein Zeltlager im Theater, eine Ledercouch, bunte Teppiche, lauter Künstler, kostenlose Dönerhappen, Freigetränke und tobender Applaus. Ist das der Dank für jahrelange Arbeit? Wenn ja, kann es glatt so weitergehen. Auch wenn es mir ein Rätsel bleibt, wie Texte, Möbel, Musik, Menschenkörper und Stimmen in einem Raum zusammen mehr ergeben, als die Summer seiner Teile. Ich habe es zwar erfahren, kann es aber nicht verstehen. So ist das. Und ich werde es akzeptieren.

Hintergrundinformationen: MIASANMIA ist eine performative Lesung im Rahmen von Kunst und Kultur für Respekt und wurde am am 15. Januar 2014 sowie am 15.März 2014 im Marstall am Residenztheater aufgeführt. Gottseidank ausgedacht hat sich das Konzept die Dramaturgin Veronika Maurer. Mitangepackt haben Robert Gerloff in der Szenischen Einrichtung, Max Lindner in der Ausstattung (die mitten in der Performance zusammbrach!), Georgij Igor Belaga für das Licht, Gülbin Ünlü alias Dj Ü für die Musik,  und auf der Bühne: Aurel Manthei, Genja Rykova, Gunter Eckes vom Residenztheater und ich vom migrantenstadl. Mit Texten aus diesem Blog, von mir, von Mely Kiyak u.a.


Aurel Manthei, Gunther Eckes, Genja, Rykova, Tunay Ö, (Foto: Tim Wolf)

Traum und Terror. Ein virtuelles Lustspiel



Wenn Stanislav Lem, Jiddu Krishnamurti, Vladimir Sorokin, Albert Camus, Joseph Beuys und diverse andere Denker mit computergenerierten Stimmen aufeinanderstoßen und sich mit flächigem Sound mischen, wenn die Netzhaut mit flimmernden  Videoprojektionen bedeckt wird, wenn klitzekleine Modellbaulandschaften riesengroß an die Wand gestreamt werden, wenn bezähmende Lust am Provozieren, der Hang zum Extremen oder eine tiefe Sehnsucht nach Allmacht spürbar wird, wenn düstere Filmfragmente aus einer dicht besiedelten unterirdischen Stadt in China gezeigt werden

Biogemüse, Dönerfleisch und Hackfresse. Skandaltheater um Migration!

Preisfrage: Erzählt dieser Hirsch nun Geschichten aus den Alpen oder aus Anatolien?

Ein Regisseur hat ein Projekt begonnen. Ein  Produktionsleiter hat einen Rundbrief geschrieben. Ein Kulturunternehmer hat eine Pressemitteilung verfasst. Und seit Tagen halten die Aufstände an, die ein Projekt der Münchner Kammerspiele zum Thema Migration auslöste. Wer ist der Migrant, wer ist der Fremde, und was haben die ganzen Dönerfresser damit zu tun? Ich sprach mit der Regisseurin Christine Umpfenbach, eine gebürtige Ausländerin, die sich seit 2006 in ihren Theaterarbeiten mit Migration und Flucht beschäftigt. Ein Einblick.

Migranten, vernetzt euch!


In der aktuellen Hinterland - ein Magazin vom bayerischen Flüchtlingsrat - führt Matthias Weinzierl, Chef des Blattes, ein babylonisches Interview mit mir zum Thema Vernetzung unter Migrant_innen. Ein Gespräch über Tscherkessen in München, vernetzte Identitäten und tolle Spielwiesen.
Hier geht's zum online-Text.

Wer die prächtige Printausgabe des Magazins  in den Händen halten möchte, wende sich an abo@hinterland-magazin.de oder direkt beim Bayerischen Flüchtlingsrat unter: (089) 762234

Atlantropa - Albtraumtropa



 
Albtraumtropa

Text: Hakan Karakaya
Foto: DigiPott
    
Erinnern Sie sich an Ihre Schulzeit und an die Schule, in die Sie nicht gehen wollten. Erinnern Sie sich an den grauenhaften Geschichtsunterricht, der einfach nicht vergehen wollte. Willkommen zur Premierenvorstellung von „Atlantropa“ – 100 Minuten, in der man sich genau so fühlte.
Die SchauBurg, die als Schauplatz dieses Bühnendebakels fungierte, hat unter Regie von Sebastian Linz am 14.02.2013 zu einer Vorstellung eingeladen, die an Mittelmäßigkeit kaum zu übertreffen war. 

Politik am Theater

Am 9.12. wird im Milla (München) darüber diskutiert werden, was für ein Theater wir eigentlich haben. Damit es schön heiss und feucht wird, hat der Münchner Kültürke Tuncay Acar wieder ein paar warme Worte einfließen lassen. Da öffnen sich die Poren, die Tiefenreinigung kann beginnen.
von Tuncay Acar

Ich unterstelle dem hiesigen Kulturbetrieb, dass es bei der Nutzung der Begriffe und Phänomene "Migration", "Kulturelle Vielfalt" in Förderanträgen und Programmabläufen in der Regel nicht um die Phänomene an sich geht, sondern oft nur um ihren momentanen Hipnessfaktor, der durch ihre politische Relevanz und Präsenz gegeben ist.
Also erklärt man die Leid zur Tugend und nutzt die Gelegenheit dazu, mit eher ausgefallenen Inhalten (mit denen man sich ja wegen kulturpolitischen Vorgaben leider beschäftigen muss) etwas Leben ins verknöcherte Repertoire zu bringen.

Die Dringlichkeit liegt sozusagen nicht im Thema selbst, sondern darin, der inneren Leere der lokalen Hochkultur zu entfliehen, - im Rahmen eines gesellschaftspolitisch abgesicherten Manövers. Gleichzeitig aber, und das ist der wesentlich wichtigere Punkt, kann man dadurch die Erfolgsquote bei Förderanträgen alleine durch die Nennung dieser Begriffe prozentual um einiges erhöhen.

Das Thema an sich, also die relevanten Inhalte und der Umgang mit ihnen ist - Allah möge es ihnen verzeihen - im deutschen Kulturbetrieb oft nebensächlich. Und von Nachhaltigkeit keine Spur. Dies führt dazu, dass nach Jahrzehnten der Rede vom "Öffnen der Kulturbetriebe zur Gesellschaft hin" eher eine allgemeine Entwicklungsstagnation fortfährt.
 
>>Wir machen sehr wohl 
Politik<<

Erhebt man den Anspruch auf eine Spiegelung der heterogenen Gesellschaft im deutschen Kulturbetrieb, der in den gesellschafts- politischen Vorgaben bereits gefordert wird, redet sich mancheiner heraus mit dem Verweis auf einen hohen künstlerischen Anspruch, der dem kulturpolitischen Anspruch vorangestellt werde: "wir machen Hochkultur, nicht gesellschaftlich relevante Kulturpolitik" (Zitat eines Dramaturgen, der gerade bei den Kammerspielen ein Stück betreut). Dann muss man aber auch im Klartext sagen: "Wenn wir zu viele Migrationsvorderhintergründler, Moslems, Menschen mit dunkler Hautfarbe, Flüchtlinge, Asyltrallalla etc. in selbstbestimmter Art in die Strukturen des Kulturbetriebes eingreifen lassen, dann gefährden wir unseren hochkulturellen Anspruch zu sehr. Das können wir uns nicht erlauben".  Ich finde diese Haltung unverschämt!

Ausserdem muss man an dieser Stelle den VertreterInnen der grossen Deutschen Kulturinstitutionen klarmachen, dass sie sich auch in einem weiteren Punkt gewaltig irren. Denn wir machen alle sehr wohl Politik! Alleine die Verwendung des Begriffes 'Hochkultur' ist die Ausübung von Politik, denn es spiegelt eine politische Haltung wider. Jeder Schritt, den ihr macht ist Politik. welches Personal ihr einstellt, ist reine Politiksache. Deswegen redet man auch von Personalpolitik. Das leben ist Politik und auch das Theater ist es, auch euer nächster Gang zum Supermarkt - ob ihr es wollt oder nicht.
Es gibt nur einen Lebensbereich, der völlig apolitisch ist und das ist die institutionelle Politik selber!

Wer mir erzählen will, dass er keine Politik betreibt, wenn er aus weissen Darstellern, somalische Piraten werden lässt, indem er ihnen schwarze Strümpfe über den Kopf zieht und mir einen Satz vorher von der Transformation von Persönlichkeiten in Raum und Zeit mit Hilfe der Kraft des darstellenden Könnens erzählt, der muss sich auf eine Menge "Leiden und Lernen" gefasst machen.

Und da wären wir auch bei dieser komischen Aussage vom Herrn Kusej. Wem prophezeit er denn eine "Phase des Leidens" voraus? Wie meint er das denn? Muss ich auch mit ihnen leiden Herr Kusej, oder bevorzugen sie es lieber alleine zu leiden?

Ich glaube eher, dass bei dieser Diskussion weniger das Leiden im Vordergrund stehen sollte, als die Freude, die man dabei empfindet, wenn man endlich seinen inneren Egomanen überwindet und lernt zu teilen! Das muss nicht immer mit Schmerz verbunden sein.

In den meisten Regionen dieser Welt kennt man das Gefühl. Den Verantwortlichen in den führenden Münchner Kulturinstitutionen fällt das anscheinend sichtlich schwer, was schade für sie ist, denn die Zeit verzeiht nicht. Keiner kann sich auf seinen Lorbeeren ausruhen. Ich genauso wenig, wie sie meine Damen und Herren von der Leid-kultur. Ich stehe eher auf Freude und die werde ich wohl am 9.12. im milla haben. Schade, dass Herr Kusej nicht kommt.Gerne hätte ich ihn näher interviewt ob seiner Aussagen in seinem netten SZ-Interview.


Integration als orgiastischer Systemsturz


Zucken, Zappeln, Kratzen, Stöhnen: Emre Akal dekonstruiert mit "Schafspelzratten" die Identität der Migranten im Import-Export bis zur Erlösung 

Foto: Gülbin Ünlü

Tscherkessischer Migrationshintergrund inspiriert!


Der Tscherkessische Kulturverein München im Filmfieber
 

Mit Unterstützung der Robert-Bosch-Stiftung produzieren junge Mitglieder des Tscherkessischen Kulturvereins München-Xase seit einigen Monaten eine Reihe von Kurzfilmen. In den Beiträgen werden Diaspora-Tscherkess_innen aus mehreren Generationen porträtiert. Die Filmemacher sehen das Projekt als Chance, sich mit ihrer Herkunft auseinanderzusetzen und gleichzeitig ein breites Publikum auf die Existenz eines fast vergessenen Volkes aufmerksam machen. Die Ergebnisse sollen im Rahmen eines Filmtages in München gezeigt werden.

Integrasyondiskurs

Mehr Dadaisierung statt Kelekisierung
Eine Replik auf die „Rede zum unmöglichen Theater“ des Autors Wolfram Lotz

Kandur Photography ©   
Değerli arkadaşlar,
Brüder und Schwestern. 
man hat versucht, uns zu erzählen, dass wir deutsch lernen müssen.
Das stimmt, aber wir wollen es nicht!
Man hat versucht, uns zu erzählen, dass wir uns integrieren müssen.
Das stimmt, aber wir wollen es nicht!
Über Jahrzehnte hat man versucht uns zu erzählen, dass wir irgendwann heimkehren müssen. Auch wenn das stimmt, wir wollen es nicht! und selbst wenn, dann müssen das alle anderen auch, denn wir sind nicht die einzigen verdammten Gäste auf dieser verdammten Erde!

Antonio Cosentino in München


Schiffe bauen, damit sie untergehen!“

Der Künstler Antonio Cosentino über die Widersprüche in der Kunst, die Magie der Zeit und das Glück ohne Wecker zu leben. 
 
Letzte Woche kam Antonio Cosentino aus Istanbul nach München und machte sich zusammen mit seinen Künstlerkollegen aus der Türkei und diversen Kunsterzeugnissen in der Galerie Kullukcu breit.  Cosentino ist der armenisch- italienisch- schweizer-türkische Künstler, der seit 2004 immer wieder nach München eingeladen wird, obwohl er kein Wort deutsch spricht.

Bei seiner letzen Ausreise am Münchner Flughafen wurde er in Gewahrsam genommen, weil der Bundesgrenzschutz seinem Kollegen mit Bin-Laden-Bart einen Visadelikt unterstellte. Cosentino ist der Typ, der den jungtürkischen Führer Cemal posthum beim Metzger abgegeben und die Nachbarschaft seines Ateliers in Karaköy verdorben und vor Hunderten von Zuschauern seine Meinung über die verlogene Geschichtsschreibung des türkischen Staates ausgesprochen hat, während die Paramilitärs nur so kochten. Und dann wurde er noch in der Goethestraße 30, München, zum Import-Exportschlager des Jahres 2011 gewählt. 

Um euch darauf aufmerksam zu machen, dass die von Antonio Cosentino kuratierte Ausstellung noch bis Ende Oktober in der Galerie Kullukcu läuft, habe ich Antonio dazu überredet, sich mit mir über Gott und die Welt zu unterhalten. Bei der zweistündigen Autofahrt quer durch München, führten wir das folgende Gespräch.