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Wie Christlich ist unsere Gesellschaft? Ein Buch von Birgit Rommelspacher

Bücherempfehlung


Liebe Bücherwürmer und Leseratten des Migrantenstadl,



heute sei ein Buch empfohlen, das aus der Feder von  Prof. Dr. Birgit Rommelspacher stammt, und nach ihrem frühen Tod (2015) posthum veröffentlicht wurde. Ihre ehemaligen Studierenden schreiben über Birgit Rommelspacher, dass "ihre Analysen, Gedanken und Anregungen breite Wirkung" entalteten, und ihre "mutige Auseinandersetzung mit Ungleichheits- und Herrschaftsverhältnissen, ihre Pionierarbeit zu Sexismus, Antisemitismus, Rassismus, Antiislamismus und Rechtsextremismus" wegweisend gewesen sind.

So wundert es kaum, dass sie es war, die den Begriff "Dominanzkultur" geprägt hat. Ohne diesen Begriff wäre der Diskurs über die  Postmigrantische Gesellschaft und Dekolonisierung gar nicht mehr denkbar. Und mit ihren Beobachtungen zu antimuslimischen Tendenzen in der Frauenbewegung scheint Frau Rommelspacher ebenso einen wichtigen Nerv unserer Zeit getroffen zu haben. 

migrantenstadl mag Marstall - Einmal Theater und zurück

So ist das. Da schreibt man Texte in seinem Kämmerlein, wirft Fragmente und Fetzen in den endlosen Ozean des worldwideweb, trinkt zwischendurch mal Tee oder Club Mate, hält innerlich Reden vor Angela Merkel, furzt und macht sich Sorgen über die drohende Wohnungslosigkeit und dann das: Ein Zeltlager im Theater, eine Ledercouch, bunte Teppiche, lauter Künstler, kostenlose Dönerhappen, Freigetränke und tobender Applaus. Ist das der Dank für jahrelange Arbeit? Wenn ja, kann es glatt so weitergehen. Auch wenn es mir ein Rätsel bleibt, wie Texte, Möbel, Musik, Menschenkörper und Stimmen in einem Raum zusammen mehr ergeben, als die Summer seiner Teile. Ich habe es zwar erfahren, kann es aber nicht verstehen. So ist das. Und ich werde es akzeptieren.

Hintergrundinformationen: MIASANMIA ist eine performative Lesung im Rahmen von Kunst und Kultur für Respekt und wurde am am 15. Januar 2014 sowie am 15.März 2014 im Marstall am Residenztheater aufgeführt. Gottseidank ausgedacht hat sich das Konzept die Dramaturgin Veronika Maurer. Mitangepackt haben Robert Gerloff in der Szenischen Einrichtung, Max Lindner in der Ausstattung (die mitten in der Performance zusammbrach!), Georgij Igor Belaga für das Licht, Gülbin Ünlü alias Dj Ü für die Musik,  und auf der Bühne: Aurel Manthei, Genja Rykova, Gunter Eckes vom Residenztheater und ich vom migrantenstadl. Mit Texten aus diesem Blog, von mir, von Mely Kiyak u.a.


Aurel Manthei, Gunther Eckes, Genja, Rykova, Tunay Ö, (Foto: Tim Wolf)

Gleichstellung statt Integration

By Usien // CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0 // via Wikimedia Commons


 
von Imad Mustafa


'Integration', was sonst. Da hatte Kenan Kolat, der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde Deutschland, einen gesetzlich verankerten muslimischen Feiertag gefordert. Und sofort waberte der Begriff 'Integration' durch die Medien. Es ist immer wieder das bekannte Muster: Wenn eine Debatte die in Deutschland lebenden Muslime betrifft, dann landet man bei der Integration, egal ob es um Kopftücher geht, um Beschneidung oder eben um einen muslimischen Feiertag.

Biogemüse, Dönerfleisch und Hackfresse. Skandaltheater um Migration!

Preisfrage: Erzählt dieser Hirsch nun Geschichten aus den Alpen oder aus Anatolien?

Ein Regisseur hat ein Projekt begonnen. Ein  Produktionsleiter hat einen Rundbrief geschrieben. Ein Kulturunternehmer hat eine Pressemitteilung verfasst. Und seit Tagen halten die Aufstände an, die ein Projekt der Münchner Kammerspiele zum Thema Migration auslöste. Wer ist der Migrant, wer ist der Fremde, und was haben die ganzen Dönerfresser damit zu tun? Ich sprach mit der Regisseurin Christine Umpfenbach, eine gebürtige Ausländerin, die sich seit 2006 in ihren Theaterarbeiten mit Migration und Flucht beschäftigt. Ein Einblick.

Für Hellas



Zuvorderst gilt mein aufrichtiger Dank
 Frau K. Cichon von der Agentur für Arbeit in
 Frankfurt a.M. für die Inspiration zu diesem Text.

Man muss sich verschulden,
um ein Leben zu leben,
das mehr ist als Überleben.

Leise und unverdächtigt hat sich das orwellsche
 Denken unsrer Lebenswelt bemächtigt!
s ist zum Prinzip aufgestiegen, nach dem unsre
Gesellschaften funktionieren.

Ankündigung






 Nachdem das Bundesministerium des Inneren (BMI) eine Studie über die "Lebenswelten junger Muslime in Deutschland" herausgebracht hat, wird das Migrantenstadl nun eine ergänzende Studie über "Lebenswelten junger Christen in Deutschland" in Auftrag geben. Wir hoffen darauf, erstaunt feststellen zu dürfen, dass die jungen Christen in Deutschland nicht alle Kinderschänder und Vollrassisten sind. 


Unsere Mitarbeiter_innen Imad Abdallah Hosni al Mustafa und Amira Amor Ben Ali arbeiten derzeit an einer Lösungstrategie, wie mit dem hoffentlich geringen Prozentsatz an christlichen Pädophilen, Islamophoben und Nazis  umgegangen werden kann. Unverzügliche Abschiebungen wären denkbar, um die Innere Sicherheit zu bewahren. Nur wohin?

Insgesamt soll die Studie Aufschluss über die Integrationsbereitschaft der Biodeutschen Bevölkerung geben. Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass ein Großteil nicht bereit ist die Sprache der Migrantengruppen zu erlernen. Das Migrantenstadl bietet seit 2 Jahren Integrationskurse für Biodeutsche an. Die Teilnehmerzahlen halten sich besorgniserregend gering. Nach vorsichtigen Schätzungen sind etwa 85%  radikal gegen einen weiteren Spracherwerb.  

Die Ergebnisse der Studie sollen im Frühjahr vorliegen und werden  im Rahmen einer Pressekonferenz veröffentlicht.







Integrasyondiskurs

Mehr Dadaisierung statt Kelekisierung
Eine Replik auf die „Rede zum unmöglichen Theater“ des Autors Wolfram Lotz

Kandur Photography ©   
Değerli arkadaşlar,
Brüder und Schwestern. 
man hat versucht, uns zu erzählen, dass wir deutsch lernen müssen.
Das stimmt, aber wir wollen es nicht!
Man hat versucht, uns zu erzählen, dass wir uns integrieren müssen.
Das stimmt, aber wir wollen es nicht!
Über Jahrzehnte hat man versucht uns zu erzählen, dass wir irgendwann heimkehren müssen. Auch wenn das stimmt, wir wollen es nicht! und selbst wenn, dann müssen das alle anderen auch, denn wir sind nicht die einzigen verdammten Gäste auf dieser verdammten Erde!

Die Toten von Birmingham


von Imad Mustafa

Haroon Jahan (21), Shazad Ali (30) und Abdul Musavir (31). Das sind die Namen der drei Menschen, die am 10.08.2011 Opfer eines Mordanschlages in Winson Green, einem ärmlichen Viertel von Englands zweitgrößter Stadt Birmingham, wurden.

Sie haben die Namen noch nie gehört? Vielleicht liegt es daran, dass die Rollenverteilung in diesem Fall nicht in die üblichen Schemata von Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit passt, mit denen die hiesigen Mainstreammedien von SPON bis Tagesschau arbeiten. Und auch nicht in das Klischee des arbeitsfaulen Migranten, der marodierend und plündernd durch die Innenstadt zieht.

Rassismus tötet, hier und jetzt




Nicht nur anderswo, sondern hier und jetzt, mitten unter uns:
Rassismus tötet
Von Markus Omar Braun

Dass Rassismus tödlich sein kann, ist vielen bekannt, aber immer noch zu wenigen. Dass Rassismus getötet hat, lässt manchen an Auschwitz denken: Stimmt! Es lässt manche an den Völkermord an den Armeniern denken: Stimmt! Es lässt viele Araber aber zu wenige Europäer an Sabra und Schatila denken: Stimmt! Es lässt kaum jemand an die schier endlosen Kriegs- und Kolonialverbrechen fast aller westeuropäischen Staaten in Afrika denken: Warum denn nicht, da es doch stimmt!?