Galerie Einwand. Show-Room zur Geschichte und Gegenwart der Migration in München
Gedächntis der Migrationsgesellschaft - Manuel Gogos @Galerie Einwand München
Dieses sagenhafte Publikation über die Entstehungsgeschichte des DOMID - Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland war Gegenstand eines Video-Talks mit Manuel Gogos, dem Autor des Buches und Tunay Önder, der temporären, kuratorischen Unruhestifterin am Münchner Stadtmuseum: Galerie Einwand.
Das Buch: ein wichtiges Stück Zeitgeschichte über das Leben in der Bundesrepublik Deutschland, das von Millionen Migrant*innen mitgeprägt wurde. Lange blieb ihre Geschichte ungeschrieben. 1990 begannen die aus der Türkei stammenden Pionier*innen des DOMID – Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland e.V. damit, alltagskulturelle Objekte aus der Ära der so genannten Gastarbeiter*innen zusammenzutragen und in Ausstellungen zu präsentieren. Heute umfasst die Sammlung über 150.000 Zeitzeugnisse aus der Migrationsgeschichte Deutschlands seit 1945 bis heute. Unzählige unerzählte Geschichten vielfältiger Migrationen knüpfen sich daran an.
Manuel Gogos ist freier Autor und Ausstellungsmacher. Mehrere Jahre war er Mitarbeiter des DOMID. Sein Buch zeichnet die Geschichte des Vereins nach, der heute davorsteht, seinen lang gehegten Traum zu realisieren: die Gründung eines Migrationsmuseums in Deutschland.
Die Buchbesprechung war eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe "Einwände" und wurde in der Galerie Einwand aufgezeichnet. Die Reihe "Einwände" ist eine Kooperationsveranstaltung vom Münchner Stadtmuseum und dem Bellevue di Monaco. (Einen auidovisuellen Eindruck zur Galerie Einwand gibt dieser Trailer. Achtung: Ohrwurm-Potential).
Das Buch GEDÄCHTNIS DER MIGRATIONSGESELLSCHAFT ist im Transcript Verlag erschienen und ist im Netz oder im Buchandel erhältlich. Es hat 272 Seiten und enthält viele schöne Bilder und anekdotische Beiträge u.a. von Aurora Rodonó, Bengü Kocatürk-Schuster, Aytaç Eryılmaz. Man muss nur satte 40 Euro dafür blechen. (Ich finde Pionier*innen der Migration und deren Nachkommen sollten Gratisexemplare erhalten!) . Das Buch ist eine absolute Empfehlung des migrantenstadl.
Buchempfehlung: Postkoloniale Theorie. Eine kritische Einführung von María do Mar Castro Varela und Nikita Dhawan
>>Postkoloniale Studien zählen aktuell zu den einflussreichsten kritischen Interventionen, was angesichts der massiven Effekte des Kolonialismus nicht verwundern kann. Postkoloniale Theorie zielt darauf ab, die verschiedenen Ebenen kolonialer Begegnungen zu analysieren und dabei die sozio-historischen Interdependenzen und Verflechtungen zwischen den Ländern des »Südens« und des »Nordens« herauszuarbeiten. Diese Einführung erschließt das weite Feld postkolonialer Theoriebildung über eine kritische Debatte der Schriften der drei prominentesten postkolonialen Stimmen – Edward Said, Gayatri Spivak und Homi Bhabha.
Die aktualisierte dritte Auflage unterzieht insbesondere die neuen Schriften Spivaks und Bhabhas einer kritischen Würdigung, setzt sich aber auch mit den gegenwärtigen Diskussionen um Globalisierung, Religion, Menschenrechte und Dekolonisierung auseinander. <<
Special Remark: Es gibt ein Kapitel, in dem die beiden Autorinnen auf die Zusammenhänge zwischen dekolonialen Kämpfen und post-/migrantischen Widerstandsbewegungen eingehen. Für alle, die sich mit den un/möglichen Allianzen innerhalb postmigrantischer und postkolonialer Gesellschaften beschäftigen, ein Must-Read.
Kostenpunkt: 25 Euro. Für Transcript-Publikationen ein wahres Schnäppchen.
Mehr Infos' direkt beim Transcript-Verlag.
The act of drinking tea is the highest form of art
Postmigrantische Kulturpraxis in bildungsbürgerlichen Räumen:
Bei frisch
gebrühtem Tee sprechen wir über die Zugangsbarrieren an Orte der Kunstproduktion. Mit speziellen Kannen, Tee und Tee-Besteck erschaffen wir uns inmitten des Archivs der Artothek einen diskursiven Raum, der sich als performative Befragung zum Bestand der Artothek
versteht: Wessen Kunst ist in den Beständen der Stadt
präsent, welche Wege führen dorthin, welche Barrieren halten davon ab und vor allem: Kann man* sich teetrinkend in den Bestand der Artothek einschreiben?
Erste Hälfte in türkischer, zweite Hälfte in deutscher Sprache. Nix verstehen, nach Hause gehen.
Von und mit Önder Sisters; Team Kamera/Sound/Schnitt Anton Kaun, Daniel Door, Guida Miranda; produziert für den Kunstverleih München Artothek & Bildersaal, Projektoordination Stephanie Lyakine-Schönweitz, Social Media Janina Trotzauer. Release Teil 1, 27.3.2021, Youtube-Channel Städtische Kunsträume München.
Die zweite Runde Çay-Party:
Die dritte und letzte Folge der Tee-Intervention:
Poetische Kämpfe: Unsere Waffen sollen unsere Worte sein*
![]() |
| Text: Wörterayntoff II, Migrantenstadl. Grafik: El Boum, |












