Wenn Antisemiten und andere Rassisten ein Weltbild konstruieren:
Der rassistische Dreisatz
Ein Muslim, eine Muslimin, die es wagen, mit den radikaleren sogenannten "Islamkritikern" in vermeintlich intellektuellen Austausch zu treten, können sich mit der Erfahrung konfrontiert sehen, Teilnehmer an einem längst entschiedenen Spiel zu sein, bei welchem er, sie oder ihresgleichen nur als Verlierer vorgesehen sind. Meist findet nämlich gar keine unvoreingenommene Untersuchung auf geistiger Ebene statt, sondern lediglich ein intellektueller Schauprozess, dessen Ausgang geplant und daher vorgezeichnet ist.
Im Dreischritt zum unwiderleglichen Schuldspruch
Mit gewissem Recht kann die geistige Figur und Verlaufsform besagten und beabsichtigten Strafprozesses als Dreisatz der rassistischen Logik bezeichnet werden. Schiffer/Wagners Buch "Antisemitismus und Islamophobie – Ein Vergleich" gebührt nach Kenntnis des Verfassers dieser Zeilen für den deutschsprachigen Raum das Verdienst, auf besagtes hinterhältiges Konstrukt des rassistischen Diskurses erstmals in deutlicher Form verwiesen zu haben. Sabine Schiffer und Constantin Wager weisen durch ihre Untersuchung sein Vorhandensein und seine Mechanismen in der säkularisierten antijüdischen Hetze des Antisemitismus der Gründerzeit und folgenden Jahrhundertwende im kaiserlichen Deutschland, genauso wie in der jetzt virulenten "Islamkritik" und dem sie begleitenden "muslim-bashing" nach.