Das Migrantenstadl dokumentiert im Folgenden den Offenen Brief von Aysen Tasköprü, Schwester des 2001 ermordeten Süleyman Tasköprü, in dem sie ihre Absage an dem Treffen begründet.
NSU-Hinterbliebene sagt nein zu Gauck
Das Migrantenstadl dokumentiert im Folgenden den Offenen Brief von Aysen Tasköprü, Schwester des 2001 ermordeten Süleyman Tasköprü, in dem sie ihre Absage an dem Treffen begründet.
Eingestellt von
Imad Mustafa
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Theaterkritik: Liebe ist...kein Argument.
Einigkeit
um Recht und Freiheit?
Text: Hakan Karakaya
Foto: Haydar Sokul
„Liebe ist... kein
Argument“ heißt das Debütstück von Marianna Ölmez, das sie
selbst geschrieben, inszeniert, produziert und darin die Hauptrolle
gespielt hat.
Am 31.01.2013, dem Abend
der Premiere, reiht sich die Kassenschlange der Pasinger Fabrik bis
zur Eingangtür, mit buntgemischtem Publikum, das gespannt ansteht,
in der Neugierde, ob die zahlreichen Vorankündigungen in Rundfunk
und Print halten werden, was versprochen wurde.
Eingestellt von
tunay önder
Politik am Theater
Am 9.12. wird im Milla (München) darüber diskutiert werden, was für ein Theater wir eigentlich haben. Damit es schön heiss und feucht wird, hat der Münchner Kültürke Tuncay Acar wieder ein paar warme Worte einfließen lassen. Da öffnen sich die Poren, die Tiefenreinigung kann beginnen.
von Tuncay Acar
Ich unterstelle dem hiesigen Kulturbetrieb, dass es bei der Nutzung der Begriffe und Phänomene "Migration", "Kulturelle Vielfalt" in Förderanträgen und Programmabläufen in der Regel nicht um die Phänomene an sich geht,
sondern oft nur um ihren momentanen Hipnessfaktor, der durch ihre
politische Relevanz und Präsenz gegeben ist.
Also erklärt man
die Leid zur Tugend und nutzt die Gelegenheit dazu, mit eher
ausgefallenen Inhalten (mit denen man sich ja wegen kulturpolitischen Vorgaben leider beschäftigen muss) etwas Leben ins
verknöcherte Repertoire zu bringen.
Die Dringlichkeit liegt
sozusagen nicht im Thema selbst, sondern darin, der inneren Leere der
lokalen Hochkultur zu entfliehen, - im Rahmen eines gesellschaftspolitisch
abgesicherten Manövers. Gleichzeitig aber, und das ist der
wesentlich wichtigere Punkt, kann man dadurch die Erfolgsquote bei Förderanträgen alleine durch die Nennung dieser Begriffe prozentual um
einiges erhöhen.
Das Thema an sich, also die relevanten Inhalte
und der Umgang mit ihnen ist - Allah möge es ihnen verzeihen - im
deutschen Kulturbetrieb oft nebensächlich. Und von Nachhaltigkeit keine Spur. Dies führt dazu, dass nach Jahrzehnten der Rede vom "Öffnen der Kulturbetriebe zur Gesellschaft
hin" eher eine allgemeine Entwicklungsstagnation fortfährt.
>>Wir machen sehr wohl
Politik<<
Erhebt man den Anspruch auf eine Spiegelung der heterogenen Gesellschaft im deutschen Kulturbetrieb, der in den gesellschafts- politischen Vorgaben bereits gefordert wird, redet sich mancheiner heraus mit dem Verweis auf einen hohen künstlerischen Anspruch, der dem
kulturpolitischen Anspruch vorangestellt werde: "wir machen Hochkultur, nicht gesellschaftlich relevante Kulturpolitik" (Zitat eines Dramaturgen, der gerade bei den Kammerspielen ein Stück betreut). Dann muss man aber auch im Klartext sagen: "Wenn wir
zu viele Migrationsvorderhintergründle r, Moslems, Menschen mit dunkler Hautfarbe, Flüchtlinge, Asyltrallalla
etc. in selbstbestimmter Art in die Strukturen des Kulturbetriebes
eingreifen lassen, dann gefährden wir unseren hochkulturellen Anspruch
zu sehr. Das können wir uns nicht erlauben". Ich finde diese Haltung unverschämt!
Ausserdem muss man an dieser Stelle den VertreterInnen der grossen Deutschen Kulturinstitutionen klarmachen, dass sie sich auch in einem
weiteren Punkt gewaltig irren. Denn wir machen alle sehr wohl Politik! Alleine die Verwendung des Begriffes 'Hochkultur' ist die Ausübung von Politik, denn es spiegelt eine politische Haltung wider. Jeder Schritt, den ihr macht ist Politik. welches Personal ihr
einstellt, ist reine Politiksache. Deswegen redet man auch von Personalpolitik. Das leben ist Politik und auch das Theater ist es, auch euer nächster Gang zum Supermarkt - ob ihr es wollt oder nicht.
Es gibt nur einen Lebensbereich, der völlig apolitisch ist und das ist die institutionelle Politik selber!
Wer mir erzählen will, dass er keine Politik betreibt, wenn er aus
weissen Darstellern, somalische Piraten werden lässt, indem er ihnen
schwarze Strümpfe über den Kopf zieht und mir einen Satz vorher von der Transformation von Persönlichkeiten in Raum und Zeit mit Hilfe der Kraft
des darstellenden Könnens erzählt, der muss sich auf eine Menge "Leiden
und Lernen" gefasst machen.
Und da wären wir auch bei dieser
komischen Aussage vom Herrn Kusej. Wem prophezeit er denn eine "Phase
des Leidens" voraus? Wie meint er das denn? Muss ich auch mit ihnen
leiden Herr Kusej, oder bevorzugen sie es lieber alleine zu leiden?
Ich glaube eher, dass bei dieser Diskussion weniger das Leiden im Vordergrund stehen sollte, als die Freude, die man dabei empfindet, wenn
man endlich seinen inneren Egomanen überwindet und lernt zu teilen! Das
muss nicht immer mit Schmerz verbunden sein.
In
den meisten Regionen dieser Welt kennt man das Gefühl. Den Verantwortlichen in den führenden Münchner Kulturinstitutionen fällt das
anscheinend sichtlich schwer, was schade für sie ist, denn die Zeit
verzeiht nicht. Keiner kann sich auf seinen Lorbeeren ausruhen. Ich genauso wenig, wie sie meine Damen und Herren von der Leid-kultur. Ich stehe eher auf Freude und die werde ich wohl am 9.12. im milla haben. Schade, dass Herr Kusej nicht kommt.Gerne hätte ich ihn näher interviewt ob seiner Aussagen in seinem netten SZ-Interview.
Eingestellt von
tunay önder
Komşu, Komşu Huhu!
Komşu, Komşu Huhu!
Oğlun geldi mi? Geldi.
Ne getirdi? Incik boncuk.
Kime kime? Sana bana.
Başka kime? Kara kediye.
Kara kedi nerde? Ağaca çıktı.
Ağaç nerde? Suya düştü.
Su nerde? Inek içti.
Inek nerde? Dağ çıktı.
Dağ nerde? Yandı bitti kül oldu.
Randnotiz:
Dieses Gedicht ist dada a la turca. Es besteht aus einem tiefsinnigen Dialog
zwischen zwei Nachbarn (Komşu). Es fängt an mit dem zurückgekehrten
Sohn und hört auf mit einem Berg aus Asche. Dazwischen bekommt ein
schwarzer Kater Perlen geschenkt, erklimmt Bäume und fällt ins Wasser,
von dem wiederum eine Kuh ihren Durst stillt und sich schließlich auf einen
Berg begibt.
Das Gedicht gibt Einblick in die Bedeutung und Verfasstheit türkischer
Nachbarschaftsbeziehungen und verschafft darüber hinaus ein Eindruck über
die großartigen geographischen Verhältnisse Anatoliens sowie die spannende Lebensform
einheimischer Tiere. Zudem verweist der letzte Vers auf klimatische Gegebenheiten
wie Trockenheit und Niederschlagsarmut.
Das Migrantenstadl hat bereits einen Antrag beim Kultusminsterium gestellt,
diese seltene Blume - auch wenn sie sich nicht an Anna richtet -
in den deutschen Bildungskanon aufzunehmen. In der Türkei bemühen sich Linke,
die türkische Nationalhymne mit diesem Gedicht zu ersetzen.
Brauner Sumpf
"Es geht nicht darum,
einen gefährdeten Jugendlichen von seinen Ansichten abzubringen,
auch wenn sie noch so sehr schmerzen. Das ist unmöglich. Es geht
vielmehr darum, ihn mit all den Widersprüchen, Lügen und
Absurditäten zu konfrontieren, die den Faschismus und Nazismus
kennzeichnen. Damit er selbst erkennt, welch trügerischem,
zerstörerischem Ideal er nachjagt."
Eingeengt im Kostüm der Vorurteile
Zwischen
Buchsbaum und Plattenbau – Mafia Mord im Ghetto. Oder doch ein
Ehrenmord? Eine Theaterkritik von Hakan Karakaya*
Die Wiederaufnahme des
Theaterstücks „Tatort Paprikastraße“ von Emre Akal, welches
bereits im Laboratorium Stuttgart aufgeführt wurde, feierte unter
der Regie von Wilfried Alt am 2. Advent im ausverkauften Studio 1 des
Stuttgarter JES Theaters seine Dernière.
Komm Türke, trinke deutsches Bier!
"Komm Türke, trinke deutsches Bier
Dann bist du auch willkommen hier
Mit Prost wird Allah abserviert
Und du ein Stückchen integriert
Ihr stinkt nach Knoblauch, lasst den weg
Esst Sauerkraut mit Schweinespeck
Und wer statt Kinder, Dackel dressiert
Der ist fast schon integriert."
(Cem Karaca - Die Kanaken, 1984, Willkommen)
Zum Musikclip geht es hier.
Dann bist du auch willkommen hier
Mit Prost wird Allah abserviert
Und du ein Stückchen integriert
Ihr stinkt nach Knoblauch, lasst den weg
Esst Sauerkraut mit Schweinespeck
Und wer statt Kinder, Dackel dressiert
Der ist fast schon integriert."
(Cem Karaca - Die Kanaken, 1984, Willkommen)
Zum Musikclip geht es hier.
Meldung des Jahres: Dönerbrot geworfen
Eingestellt von
dasmigrantenstadl
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