Migrantenstadl boxt sich durch


Vom 23.8.2018 bis 2.9.2018 findet die Wiesbaden Biennale, diesmal unter dem Motto BAD NEWS statt. Da darf das Migrantenstadl nicht fehlen! Wir besetzen die Theaterspielstätte Wartburg mit allen Mitteln der Kunst und Kommunikationskultur. Neben gehobenen Gesprächen werden Boxkämpfe augetragen. Es gibt Gebrochene Nasen, Kaviar, Donnerstagspredigt, Rap. Wir werden uns mit unserer Meinung verewigen, und parallel dazu werden die Dinge ihren Lauf nehmen. (um es Mal in den Wortn von Celo&Abdi zu sagen).
Also packt eure Homies ein und kommt dorthin! Wiesbaden geht ab!

Migrantenstadl on the Rocks!

Von Koray Yılmaz-Günay (Berlin)*

ein buch, mit, oder auch ohne knoblauch!
Der kritische Teil der Sozialwissenschaften hat seit einiger Zeit ein Steckenpferd. Er möchte in gewichtigen, aus angelsächsischen Debatten übernommenen Begriffen (»Intersektionalität«, »Interdependenz«) beschreiben, wie Herrschaftsverhältnisse – insbesondere Klassenunterdrückung, Rassismus und Sexismus – zusammenwirken. Dass sozialistische Frauenbewegungen seit bald einhundert Jahren zumindest auf die Verschränkungen von Klassen- und Geschlechterverhältnissen hinweisen, dass von Schwarzen, Romnija, Jüdinnen, ›Behinderten‹ und Migrantinnen spätestens in den 1980er Jahren das Philiströse des bürgerlichen Feminismus kritisiert wurde, der zwar für alle sprechen wollte, dafür aber manche zum Schweigen bringen musste, ist irgendwann in den 1990er Jahren vergessen worden. Eine neue Generation in der Gender- und Queer-Theorie konnte so um die Jahrtausendwende mit ehrlichem Erstaunen entdecken, dass es da offenbar einen grundlegenden Zusammenhang gibt. Dass die Welt sich nicht so einfach in »Wir« und »Die« sortieren lässt.

Christliches Forum Migrantenstadl


Life´s a bitch and then you die...So oder so ähnlich könnte man die gesellschaftlichen Verhältnisse für muslimische Existenzen im Deutschland der letzten Jahre beschreiben, die in ein Parallelogramm aus Terrordistanzierungsforderungen und -demos, Sektenneugründungen, buckligen Anbiederungsversuchen vermeintlich repräsentativer muslimischer Vertreter, sowie Parlamentswahlen ohne Aussicht auf Interessenvertretung, nein, schlimmer noch: mit den Arschlöchern für Deutschland im Bundestag, eingezwängt sind.

Die diskursive Konstruktion des >muslimischen Terrorismus< im Kontext >westlicher< Dominanzstrategien*



Der Eingeborene, heißt es, ist für die Ethik unerreichbar, ist Abwesenheit von Werten, aber auch Negation der Werte. Er ist, sagen wir es offen, der Feind der Werte. Insofern ist er das absolute Übel: ein zersetzendes Element, das alles, was mit ihm in Berührung kommt, zerstört, (…) ein Hort unheilvoller Kräfte, ein unbewusstes und nicht fassbares Instrument blinder Gewalten.
(Frantz Fanon 1969, 32)

von Imad Mustafa
Erhan A. aus Kempten starb im August 2016. Er hatte in Syrien für eine Miliz gekämpft, welche die Truppen von Baschar al-Assad attackierte (Vgl. Röhmel/Bendixen 2016). Im Oktober 2014 hatten ihn Journalisten der Süddeutschen Zeitung (SZ) (Delhaes/Obermaier 2014) auf der Suche nach Sympathisanten der Miliz >Islamischer Staat< (IS) in den sozialen Medien entdeckt und für ein Interview angefragt. Sie befragten Erhan A. über seine Verbindungen zu Gleichgesinnten, über die al-Qaida und die IS-Miliz. Er sagte, er wünsche sich, in Syrien zu kämpfen. Etwa drei Wochen nach Erscheinen des Interviews meldet die SZ, dass Erhan A. in einer >Blitzaktion< (Beck/Mayr 2014) in die Türkei abgeschoben wurde. Laut Innenminister Friedrich habe >so jemand […] bei uns nichts zu suchen< (ebd.). Sein Anwalt aber erfuhr erst von der Abschiebung, als dieser bereits im Flugzeug Richtung Türkei saß. Zuvor hatte A. eineinhalb Jahre lang unter Polizeibeobachtung gestanden. Nach einem vergeblichen Versuch, nach Syrien auszureisen, hatte die Polizei seinen Reisepass eingezogen. Ungefähr ein halbes Jahr nach seiner Abschiebung meldet sich A. aus Syrien (Obermaier 2015), wo er mittlerweile Mitglied einer bewaffneten Formation geworden ist. Etwas mehr als ein Jahr später, im August 2016, kommt die Nachricht aus Syrien, dass er in den Bergen von Lattakia gestorben sei. Der Bayerische Rundfunk berichtet und zeigt Bilder des Toten (Röhmel/Bendixen 2016).

Antiterrorkampf auf österreichische Art

Konservative wollen das Kopftuchverbot für Musliminnen im öffentlichen Dienst / Treffen würde dieses in erster Linie 300 Religionslehrerinnen

Von Hannes Hofbauer, Wien*


Nach mehreren (allesamt männlichen) Landeshauptleuten aus der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) meldete sich auch Außenminister Sebastian Kurz zu Wort und forderte ein Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst. Der Vorsitzende des Expertenrates für Integration, der auch in Deutschland sein Wesen treibende Universitätsprofessor Heinz Faßmann legte nach und meinte, gerade in Schulen dürften Staatsbedienstete keine religiösen Symbole tragen. Kippa, Kreuz und Buddha-Statuen sind freilich tabu.

"Eine Anklage gegen ihre Urteile" - Zum NSU-Tribunal

WWW.NSU-TRIBUNAL.DE








Anlässlich des Gesprächs an den Münchner Kammerspielen kommenden Montag über das bevorstehende NSU-Tribunal in Köln sei hiermit ein wunderbarer Text von Massimo Perinelli zur Einstimmung, Einführung, Reflexion und Mobilisierung wärmstens empfohlen. 





Eine Anklage gegen ihre Urteile

Massimo Perinelli*


Als
Mehmet Kubaşık und kurz danach Halit Yozgat am 4. und 6. April 2006 erschossen wurden, demonstrierten mehrere tausend fast ausschließlich türkischstämmige Menschen in Kassel für ein Ende der Mordserie. Dabei adressierten sie unter dem Motto »Kein 10. Opfer« den Staat und appellierten an dessen Innenbehörden, ihr Herz gegenüber der Trauer der Migrant_innen zu öffnen und endlich die Verantwortlichen dieser neunfachen Mordserie festzunehmen. Mehrere tausend Menschen meinten also zu wissen, dass der Staat und seine Organe, die ja offiziell behaupteten, unter Hochdruck zu ermitteln, ganz einfach, wenn sie nur wollten, den Terror gegen Nichtdeutsche stoppen könnten. Sie wussten es, weil sie aus ihrer Geschichte heraus verstanden haben, wie Rassismus funktioniert, weil sie sein Muster erkannten, als sie mit ihm konfrontiert wurden. Lautstark widersprachen sie den schreiend stummen Urteilen des Rassismus. Der tausendfache Aufschrei wurde jedoch weitgehend totgeschwiegen, bis auf wenige Presseartikel nahm niemand Notiz davon. 

BOOK RELEASE PARTY



BOOK RELEASE PARTY IM DOPPELPACK
migrantenstadl + Pastinaken raus!


MIGRANTENSTADL. Das Buch zum Blog ist heraus! (Unrast Verlag)
Über fünf Jahre als Blog erfolgreich, versammeln wir in unserem Buch migrantenstadl ausgewählte Texte und Collagen sowie bisher unveröffentlichtes Material. Provokative Überschriften, ehrliche Reflektionen, politische Lyrik und Dada: Wir mischen Politik, Kultur und Migration.


Das PASTINAKEN RAUS! HANDBUCH ist da!
Zur gleichnamigen Ausstellung erscheint nun das Handbuch „Pastinaken Raus!“: Eine Sammlung von Hintergrundtexten, Anekdoten und ganz konkreten Anregungen für alle, die sich mit der Manifestierung rechter Tendenzen in der Mitte unserer Gesellschaft nicht abfinden wollen. www.pastinaken-raus.de


Achtung: Auf der BOOK RELEASE PARTY werden die druckfrischen Bücher mit viel Musik und Fingerspitzengefühl in die Gehirne transplantiert. Kommt vorbei oder integriert euch ins Knie!

Montag 21. 3. 2016 // ab 20 Uhr
im KÖŞK, Schrenkstraße 8 (Schwanthaler Höhe)
Barrierefrei + Eintritt frei! 



         Eine Veranstaltung von migrantenstadl + Die Färberei im Köşk



 

Merkel - Wolf im Schafspelz

Außen hui, innen pfui. CDU im Tschador.


Es heisst, diese Fotomontage soll Ängste schüren. Mal abgesehen davon, dass dieses Bild von der dämlichsten ARD-Sendung des Jahres in die Welt gesetzt wurde, verstehe ich nicht ganz, warum dieses Bild Ängste schüren soll. Als wären wir im Kindergarten und spielten 'Wer hat Angst vor dem schwarzen Mann'. Diese Frau wird weiterhin Europa abschotten, Freihandelsabkommen abschließen, Waffenexporte zulassen und Kartoffeln essen. Und der Tschador symbolisiert höchstens die  'Verschleierung' ihrer Politik. Sowas nennt sich Wolf im Schafspelz! Angst sollten daher - wenn überhaupt - die ganzen Flüchtlinge, Marginalisierte und Mehrheimische in Deutschland haben.






Gaza: Destructive Reconstruction

von Stefanie Felsberger*


Shuja’iyeh, an area close to the border zone between Gaza and Israel, which was destroyed during Protective Edge. ©Mark McGuinness
















"Palestinian leader Mahmoud Abbas told a summit in Egypt that cash was ´insufficient´ without a 
politicial solution. Israel, which has been fighting Gaza militants, refuses to allow building materials into Gaza for reconstruction. [...] Hamas [...] was not invited to attend the one-day conference. [...] All but essential supplies are still subject to Israeli blockades at the crossing points into Gaza. Building and raw materials deemed by Israel to be useful to militants as well civilians have been banned." BBC News




This statement seemingly many of the reasons why Gaza has been forced to remain in a state of destruction and devastation since Operation Protective Edge which took place in summer 2014. In reality, the above was written in 2009, after Operation Cast Lead. Sadly, I could have started this text with a similar quote from 2006, 2011, or 2014. In all of these years Israel launched devastating operations against Gaza and its people, leaving death and destruction.