Während eines der Gründungsmitglieder des migrantenstadl seine Professur vorbereitet, profiliert sich die andere mit kuratorischer Unruhestiftung im Münchner Stadtmuseum: ------ In der Spielzeit 2021/22 durfte sie die Galerie Einwand kuratieren, also Gastgeberin sein, Freund*innen einladen, andere Sprechweisen kultivieren, Çay trinken, zum Trinken verführen, Texte pressen, Themen setzen, Türsteherin spielen, den ersten Münchner Tee-Turm installieren, putzen, post-/migrantische Erinnerungen kultivieren, Bücher empfehlen, Geschichten sammeln und Menschen versammeln. Ja das macht Spass! Deswegen gibt es auch ein lustiges Video, das in dieser Spielzeit entstanden ist. Eine Ode an die Galerie Einwand, wie es sein sollte, sein könnte, wie es war, wie es sein und wie es gewesen sein wird! Elhamdüllilah! (sprich: Elham didel dudel).
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Buchempfehlung: Allianzen
das Buch Allianzen, herausgegeben von Elisa Liepsch und Julian Warner, ist eines dieser Bücher, von dem anzunehmen ist, dass sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in den Regalen von Dramaturginnen, Künstlerinnen, Kuratorinnen sowie kritischen Kulturarbeiterinnen anzutreffen sein wird. "Allianz", vor einigen Jahren von Mark Terkessidis noch unter dem Begriff "Kollaboration" gefasst, wird in diesem Sammelband zwar nicht direkt als Lösungsformel beschrieben, aber als Bedingung für eine solidarische Kulturinstitution vorausgesetzt. Natürlich geht es in dem Sammelband um vielmehr als um bloße Allianzen zwischen dominanten und marginalisierten Perspektiven und Positionen: Es geht um Infragestellung der Dominanzkultur, die von verschiedenen Autor*innen umschrieben wird. Sehr anschaulich in dem Beitrag der Theatermacherin Anta Helene Recke. Darin erläutert sie am Beispiel einiger Theaterstücke, die sie an den Münchner Kammerspielen als Regie-Assistentin begleitete, wie sich Rassismus manifestiert, nämlich subtil, ohne ein direktes Motiv der Anfeindung, Agression oder Abwertung, sondern dadurch, dass bei der Produktion routinemässig Bilder und Figuren geschaffen werden, die zwar von einem weißen Publikum eindeutig und unproblematisch rezipiert werden, von einem schwarzen Publikum hingegen als irritierend und verletzend aufgefasst werden können. Ein wirklich erhellender Beitrag, der ohne anzuklagen, sachlich und klar analysiert und das Problem artikuliert. Ein weiterer zentrale Punkt, der für Verwirrung sorgt, wird in dem Beitrag von der Theatermacherin Simone Dede Ayivi genannt, nämlich die Tatsache, dass Internationalität gerne und gemeinhin mit Interkultur verwechselt oder letzteres gar absichtlich mit ersterem ersetzt wird. In diese Falle ist sicher schon jede x-beliebige Kunst- und Kultureinrichtung der Bundesrepublik gefallen. Während es hip ist International zu sein, erfordert ein Interkulturelles Programm den Austausch mit den verschiedenen Kulturen im eigenen Dunstkreis, - und ist daher eher mit harter Auseinandersetzung, Infragestellung eigener Privilegien und Routinen verbunden, und daher eher unbeliebt für die Glanz-und-Glamour-suchende Kunstwelt. Neben den vielen Beiträgen, die ausnahmslos alle lesenswert sind, sei an dieser Stelle noch den Text von Fannie Sosa erwähnt. Es handelt sich um einen Guide, also ein sehr hilfreichen Leitfaden für Veranstalter*innen aller Sparten, in dem die Autorin systematisch runterdekliniert, worauf bei der Einladung und Betreuung von Gästen aus anderen Teilen der Welt zu achten ist. Seien es kleine Gesten, Details, rassismussensibles Wissen über Hürden, mit denen Menschen aufgrund ihrer Staatsbürgerschaft, Hautfarbe, Aussehen oder Lebensweise zu kämpfen haben. Es wäre definitiv ein Segen, würde dieser Guide, und mit ihm das gesamte Wissen in dem Sammelband sich ins Bewusstsein von Veranstalter*innen festsetzen.
Das Migrantenstadl empfiehlt das Buch zu kaufen und in die Praxis umzusetzen.
Allianzen
Kritische Praxis in weißen Institutionen
2018, Transcript Verlag
ISBN: 978-3-8394-4340-8
17,99 Euro
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe sind auf der Transcript Seite, hier klicken, einsehbar.
Eingestellt von
dasmigrantenstadl
migrantenstadl boxt sich durch - Wiesbaden Biennale
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| Die ästhetische Dimension von Boxen ist total unterschätzt. Isso! |
Eines der absoluten Höhepunkte berscherrte uns die Boxgala des Wiesbadener Golden Boxing Gym und Rachid El Bakri:
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| Team El Bakri & Wiesbaden Golden Box Gym. Einfach nur Hammer! |
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| Volles Programm: Boxer, Schieri, Punktezähler, Vereinspräsidenten, alles, was das Herz begehrt! |
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| Chabos und Babos: machen den Germans Angst. |
| Fouad Sinouh (Boxmeister), Tunay Önder (Wortboxerin), Tamer Düzyol (Boxershorts-Träger), Kirsten Neumann (Boxanalystin) |
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| Faust gegen Rechts, Fragezeichen. |
Einmal Wiesbaden Biennale hin&sürük !

11 TAGE MIGRANTENSTADL
AUF DER WIESBADEN
BIENNALE 2018.
INTEGRIERT EUCH NICHT
- KANAKISIERT EUCH !
"Donnerstagspredigt" von Emine Aslan
Furat Abdulle, Miene Waziri, Imad Mustafa
Boxen ist eine Kunst, die ins Theater gehört.
Fouad Sinouh, Tunay Önder, Tamer Düzyol, Kirsten Neumann
Imran Ayata & Bülent Kullukcu SONGS OF GASTARBEITER
Guido Wenzel, Sanna Hübsch, Sherin
Dan Khánh Duyȇn Trần, Harpreet Kaur Cholia, Sina Yang
Ioana Tischkau, Nuray Demir, Furat Abdulle, Dan Khánh Duyȇn Trần
Christian Mappala, Anita Balidemaj, Pooya
| Nadiye Ünsal, Furat Abdulle, Miene Waziri |
Imad Mustafa, Armin Razmpush, Sherin, Tunay Önder, Nadiye Ünsal, Furat Abdulle, Miene Waziri
| Westend Talk: Erdal Aslan, Mila Kovacevic, Herbert Cartus |
Westend Talk: Abdül Akpınar, Janeck Altshuler
Fiete Aleksander - Datteltäter
"Feminist Freestyle" von den Hübsch Sistaz
Marc Hill & Tamer Düzyol
EBOW
Koray Yılmaz-Günay, Tunay Önder
Politische Kunst und Boxen sind seelenverwandt: Beides erfordert eine Form von Besessenheit und Leidenschaft.
Die ästhetische Dimension von Boxen ist total unterschätzt. Isso!
Babos
Team El Bakri & Golden Box Gym Wiesbaden. Einfach nur Hammer!
Atdhe, Imad, Cuso, Sina, Sherin, Sanna, Patty
Esther Dischereit, Tamer Düzyol, Seda Başay-Yıldız, Ferhat Epik
Tunay Önder, Seda Başay- Yıldız, Erdal Aslan
Karagünlük: Die Tagebücher des Sesperado mit Mutlu Ergün-Hamaz
ESRAP aus Wien
Von Gastarbeiterkindern zu Gastgebern.
hinter der Bar: Caro, Maryam, Şura, Tamer, Süha
Extra-Ausgabe des Migrantenstadl für die Wiesbaden Biennale ZAYTUNG (12 Seiten,bunt)
(Fotos: Abdül Yıldız, Jeva Griskjane)
Der Dank geht an Maria Magdalena Ludewig, Martin Hammer und das gesamte Team der Biennale, Tilman Hatje, Erdal Aslan, Mensch! Westend, Şura Görmüş, Tamer Düzyol, Tuğba Önder, Nuray Demir, Rachid El Bakri & Golden Box Gym Wiesbaden, Abdül Mütalip Yıldız, Caroline Martin, Maryam, Amina Kaddour-Dugonjic, Süha Çakmak, Martina und Sabine, Peer, Klaus, Steffi, Harry, Mevlana Grill, Harput Restaurant & Bäckerei, Günay Fischrestaurant & Supermarkt, Anton Kaun, den Künstler*innen der Prime Time: Idil Baydar alias Jilet Ayşe, Emine Aslan, Esra und Enes Özmen alias EsRap, Mutlu Ergün-Hamaz, Fiete Aleksander & Datteltäter, Rabih Mroué & friends, Ebru Düzgün alias Ebow, Bülent Kullukçu & Imran Ayata von Songs of Gastarbeiter, Sanna Hübsch & Khola Maryam Hübsch und den 168 Tischgästen der Tischgespräche: Furat Abdulle, Harpreet Kaur Cholia, Dan Khánh Duyȇn Trần, Sina Yang, Dagat Mera, Constantin Wagner, Koray Yılmaz-Günay, Marc Hill, Saba-Nur Cheema, Efsun Kızılay, Yalız Akbaba, Guido Wenzel, Atdhe M., diaspor.asia podcast, Pooya Shoyaee, Armin Razmpush, Sanna Hübsch, Kafä Kollektiv, Janeck Altshuler, Zoltán Suhajda Aladár, Ines Welge, Kris Kunz, Dirk Vielmeyer, Marco von Marle, Kirsten Neumann, Mila Kovacevic, Abdül Akpınar, Herbert Cartus, Giang Vu, Lina Siri, Christian Mappala, Misbah Arshad, Husamuddin Meyer, Karin Scherschel, Fouad Sinouh, Miene Waziri, Nadiye Ünsal, Ioana Tischkau, Esther Dischereit, Seda Başay-Yıldız, Ferhat Epik, Hendrik Hartemann, Apo von der Wellritzstraße und den 173 Stammbesucher*innen aus Wiesbaden, Ramzi, Isabelle, Mareike und Robert, Ariel, Uğur, Ömer, Kankalar, Ayşe, Fatma, Hayriye.
Fußnote
# Pure Begeisterung nach 11 Tagen Migrantenstadl auf der Wiesbaden Biennale #Ästhetische Impulse für ein postmigrantisches Gesellschaft gesetzt! #Herrschenden Blick auf
Migration, Migrant*innen, Migrantenkinder und Mehrheimische
umgekehrt #Rassistische Zuschreibungen zurückgespiegelt #Dominante Narrative über diese Bevölkerungsgruppen gebrochen#Wider jeder Erwartung ist niemand schreiend oder empört
davongelaufen. Wow!#Verifiziert: Die
Power von Gesellschaftskritik im Kunstkontext hängt davon ab, ob man sich beim Kuratieren klar
macht, wer für wen symbolische Güter produziert. Das Migrantenstadl hat die gewohnten Verhältnisse radikal umgekehrt.
Und das hat gut funktioniert. #We the People!#Wir werden mit dem Migrantenstadl weiter migrieren!#Danke für die Blumen, Siebdrucke, Musik, Schokolade, Baklava, Tee, Tränen und Liebesbriefe!
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