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----------- VON MAUERFALL BIS NAGELBOMBE ----------- Eine grandiose Publikation von DOSTLUK SINEMASI



  500 Meter pures türkisches Geschäftsleben mit rund 100 Händler_innen und Dienstleister_innen: Die Keupstraße in Köln
                                                           





Druckfrisch aus Köln: Ein unverzichtbares Stück Oral History


Zum 10.Jahrestag des Nagelbombenanschlages auf der Kölner Keupstraße hat Dostluk Sineması eine beeindruckende Publikation bei der Amadeu Antonio Stiftung herausgebracht, die trotz der besorgniserregenden Berichte, die sie enthält, extrem viel Hoffnung macht. Es ist unter anderem eine liebevolle Respektnote an alle Betroffenen rassistischer Anschläge, denn hier stehen ihre Geschichten, ihre Erfahrungen und ihre Perspektiven im Mittelpunkt. 

Entstanden ist das Buch aus einer Verantsaltungsreihe, die Dostluk Sineması im Frühjahr 2013 in der Mülheimer Keupstraße in Köln auf die Beine stellte: In verschiedenen Lokalen, Teestuben, Cafés und Restaurants wurden Betroffene und Augenzeugen des Kölner Nagelbombenanschlag eingeladen und gebeten die Geschehnisse rund um den Nagelbombenanschlag aus ihrer Sicht zu erzählen. Wie haben sie den Anschlag erlebt? Wie haben sie die polizeilichen Ermittlungen und die Medienberichte erlebt? Und wie hat sich das Klima auf der Keupstraße seither verändert? 
Neben den Geschichten der Betroffenen und Augenzeugen wurden auch Filme gezeigt, die sich mit den rassistischen Anschlägen und Pogromen der früher 90er Jahre beschäftigen, es wurden Betroffene der Anschläge aus Mölln, Rostock und Hoyerswerda eingeladen, es wurden Filmemacher, Journalist_innen, Anwälte, Schriftsteller und Fachreferent_innen eingeladen, die den Zusammenhang zwischen den Anschlägen Anfang der 90er Jahre und dem NSU-Terror verdeutlichten. Damit trug Dostluk Sineması nicht nur die Auseinandersetzung mit rassistischen Anschlägen in die Öffentlichkeit, sondern förderte auch den Austausch unter den Betroffenen: die Türken von der Keupstraße trafen auf Vietnamesen aus Rostock oder Mosambikaner aus Hoyerswerda. 

Von Mauerfall bis Nagelbombe enthält neben der einzigartigen Zusammenstellung dieser Zeitzeugenberichte, auch Reflexionen und Analysen, die die Pogrome der 1990er Jahre in Bezug zu den NSU-Anschlägen setzen und gemeinsame Erfahrungen von Rassismus in Deutschland zeigen. Dass die Publikation auch in türkischer Sprache erhältlich ist, zeugt von einer beachtlichen und konsequenten Haltung der Herausgeber_innen. Antirassistischer Widerstand funktioniert eben nur durch einen offensiven Dialog und eine offensive Zusammenarbeit mit jenen Leuten, die Zielscheibe rassistischer Anschläge sind. 

Herausgeber der Publikation ist Dostluk Sineması- zu deutsch: Kino der Freundschaft- ein loser Zusammenschluss aus verschiedenen Leuten aus Köln, die sich auf unterschiedliche Weise mit Rassismus auseinandersetzen, gerne in der Keupstraße abhängen und in der Initiative Keupstrasse ist Überall aktiv sind. Zu ihnen zählen Vanessa Höse, Stewo Szczepaniak, Ayla Güler Saied, Mitat Özdemir, Massimo Perinelli, Daniel Poštrak, und Kultu Yurtseven (microphone mafia).

Mit Beiträgen von Emmanuel Adu Agyeman, Ibrahim Arslan, Imran Ayata, Ali Kemal Gün, Wolfgang Heiermann, Heike Kleffner, Katharina König, Lars Maibaum, Gruppe Was Nun?!

Die Übersetzung ins Türkische haben übernommen Doğan Akhanlı, Leyla Aslan, Semra Doğan, Önder Erdem (Übersetzung, Koordinierung und Lektorat der türkischen Texte), Ayşe Tekin, Ayla Güler Saied, Hülya Engin, Atilla Dirim, Burak Çıtacı, Özge Pınar Sarp, Özgür Erkek, Cemal Salman, Murad Bayraktar, Kemal Bozay, Berivan Inci. 

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Von Mauerfall bis Nagelbombe – Der NSU-Anschlag auf die Kölner Keupstraße im Kontext der Pogrome und Anschläge der neunziger JahreHerausgegeben von der Gruppe Dostluk Sineması, Erschienen bei der Amadeu Antonio Stiftung 128 Seiten, 10 Euro zzgl. 2 Euro Versandkosten, ISBN: 978-3-940878-16-8
Inhaltsverzeichnis



Türkische Sprachversion:
Duvarın Yıkılışından Çivili Bombaya
1990′lı Yılların Irkçı Pogromları ve Saldırıları Bağlamında NSU’nun Köln Keupstrasse Saldırısı
120 Seiten, 10 Euro zzgl. 2 Euro Versandkosten, ISBN: 978-3-940878-19-9






Putzfee kann fliegen, Putzfrau hart arbeiten


Erkenntnis: Wer nicht zufällig eine türkische Mutter hat, die Putzfrau ist oder eine osteuropäische Verwandtschaft, dem erscheint das Putzen wohl als eine Art Zauberei:  warum sonst sprechen diese seltsamen Leute in den Wohnungsanzeigen von ihrer "Putzfee"?! Auch wenn der Putzwedel ihrer Putzfrau manchmal so aussieht wie ein Zauberstaub, sei hiermit darauf hingewiesen, dass die so genannten "Putzfeen" (oder noch besser: "Putzperlen"!!) den Dreck, der sich zum Großteil aus den Hautschuppen, Essensresten und Haaren der Bewohner zusammensetzt, mit körperlicher Arbeit wegputzen. Die Bezeichnung Fee oder Perle kann nur Leuten einfallen, die nicht dazu stehen möchten, dass sie ihren Dreck von anderen wegmachen lassen.

Songs of Gastarbeiter ― Duyduk duymadık demeyin, dinleyin!



Der Berliner Künstler Imran Ayata und der Münchner Künstler Bülent Kullukcu haben bei Trikont eine Compilation herausgebracht, die genau 1 Stunde 5 Minuten und 33 Sekunden durchgehend für Gänsehaut sorgt. 14 Tracks, 2 Remixes, ein herrliches Essay in 8 kleinen feinen Kapitelchen aus der Feder von Imran Ayata und ein glanzvolles Cover. Eine einzigartige Liebeserklärung, eine „Respektnote“ an die Gastarbeiter, an die Musiker unter ihnen und deren Songs, die wir aus den abendlichen Kölün-Radio-Sessions unserer Eltern zu kennen und zu lieben gelernt haben. Die CD ist ein wahres - hin und wieder melancholisches - Vergnügen für alle Sinne. Angefangen mit dem Alpencover, das die Hörer bereits visuell in die bergige Landschaft Anatoliens versetzt, darf man sich neben Cem Karaca, Selda und Gurbetçi Rıza auf weitere Tracks von weniger bekannten aber nicht weniger genialen Musikern freuen. 

Jilet Ayşe*: Eine Türkin, wie man sie am liebsten mag



Jilet Ayşe

                                          "Bei uns sind Mädchen etwas wertvolles, 
                                            deswegen sperrt man sie zuhause ein. 
                                            Du gibst ihr eine Telefonkarte 
                                            für Notfälle und das war's"




Jilet Ayşe. Quelle: Facebook Jilet Ayse, 2013


Diese Frau vereint noch die Nation. Ich schwör sie verdient das Bundesverdienstkreuz! Diese Frau ist  hammer, sie ist fresh, sie ist fantastisch, genial und gesundheitsfördernd. 
Die Krankenkassen sollten Bonuspunkte vergeben für die Teilnahme an ihrem TV-Seminar. Das ist Prävention und Therapie in einem. Das ist Interkulturelle Fortbildung mit allen Mitteln. Eine Must-Modul für das gesamte Personal unserer Republik. Krankenhäuser, Schulen, Polizeipräsidien, Staatsschutz, Bundestag, Kindergärten, Städte mit einem Überangebot an Weißbrotgesichtern. Zieht euch diese Frau rein und integriert euch. Hier werdet ihr schöner auch ohne Döner. Vergesst Praktika an Hauptschulen, Auslandsaufenthalte, Fremdsprachenkenntnisse. Neben Jilet Ayşe sind das doch alles dämliche Toleranzübungen. Machen wir uns nichts vor.

Was für ein Theater - Verrücktes Blut




      Wie viele Erfolgs-Kanacken verträgt das Land?       
Text: Hakan Karakaya                          
Foto: Robert Westrich


„Ich bin zwar nicht deiner Meinung, aber ich würde mein Leben dafür geben, damit du sie frei äußern kannst!“. Mit einer unglaublichen Ehrlichkeit und dem geschickten Umgang mit Klischees feierte das Berliner Erfolgsstück „Verrücktes Blut“ von Nurkan Erpulat und Jens Hillje im Theaterhaus Stuttgart am 15. Januar 2013 eine weitere glanzvolle Darbietung. Das Stück wird seit dem 12. Oktober 2012 vom nomadtheatre ensemble unter Regie von Daniel Klumpp aufgeführt. 


Der Theaterunterricht beginnt und die Lehrerin, gespielt von Elif Veyisoğlu, verkündet das Thema des Projekttages.

Theaterkritik: Liebe ist...kein Argument.




 Einigkeit um Recht und Freiheit? 

Text: Hakan Karakaya
Foto: Haydar Sokul

„Liebe ist... kein Argument“ heißt das Debütstück von Marianna Ölmez, das sie selbst geschrieben, inszeniert, produziert und darin die Hauptrolle gespielt hat.

Am 31.01.2013, dem Abend der Premiere, reiht sich die Kassenschlange der Pasinger Fabrik bis zur Eingangtür, mit buntgemischtem Publikum, das gespannt ansteht, in der Neugierde, ob die zahlreichen Vorankündigungen in Rundfunk und Print halten werden, was versprochen wurde.

Ayşehörnchen

Das Ayşehörnchen ist ein Nagetier aus der Familie der Hörnchen. Er isst Baumfrüchte oder Vögeleier von Eichelhähern.